
Flusspegel: Fischsterben droht
Landkreis Gifhorn. Das Wetter fährt mit dem Aller-Ohre-Verband Achterbahn. Im vorigen Jahr mussten die Wasserwirtschafter Böschungen mähen, damit das Hochwasser abfließt, diesmal lassen sie den Bewuchs tunlichst wachsen, damit er das restliche Wasser hält. Zu wenig Wasser gefährdet den Fachleuten zufolge nicht nur das Leben der Fische. „Wir haben Gewässer, die schon trockenfallen“, sagt Geschäftsführerin Silke Westphalen.
Die weiterhin niedrigen Pegel trotz leichten Temperatur-Sinkflugs könnten nicht nur zu einem massiven Fischsterben führen. Sie könnten auch ungeahnte Probleme an den Gewässern selber verursachen. So beobachteten ihre Mitarbeiter typischen Uferbewuchs plötzlich in der Sohle oder Stillgewässerpflanzen im Fluss. Sonst bewachsenen Böschungen fehle das Grün. Beispiel Allerkanal: Dort herrsche an Gewässerrändern Dürre, „die sonst nie trocken waren. Wir wissen nicht was passiert, wenn da wieder Wasser durchgeht.“ Möglicherweise als Schwall nach einem Starkregen.
„Das Schadensmaß ist noch nicht abzuschätzen“, sagt Westphalen. Hauptaufgabe ihrer Mitarbeiter sei zurzeit das Beobachten und die Kontrolle der Pegelstände. Der Stand der Aller bei Brenneckenbrück lag zum Beispiel am Dienstag bei 84 Zentimetern, der Niedrigststand zwischen 2008 und 2017 lag bei 87 Zentimetern, der mittlere liegt bei 154 Zentimetern. „Wir machen uns viele Gedanken“, so Silke Westphalen.
Einer dieser Gedanken ist, nicht mehr zu mähen: „Wir sind in den Gewässern im Moment zurückhaltend tätig.“ Seerosen lasse man als Schattenspender für die Fische stehen. Auch anderer Bewuchs bleibe, damit er das Wasser zurückhalte.
In einem Punkt sind Trockenheit und niedrige Pegel eine günstige Gelegenheit, um tätig zu werden. Der Aller-Ohre-Verband kann jetzt nämlich umgestürzte Bäume dort bergen, wo er sonst wegen der Nässe nicht hinkäme. Westphalen: „Das haben wir natürlich genutzt.“