
Sigmar Gabriel spricht über Schlecker-Zukunft
Der Bundesvorsitzende der SPD, Sigmar Gabriel, hat in seiner Eigenschaft als Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Salzgitter/Wolfenbüttel Betriebsrats-Vertreterinnen der Drogeriekette Schlecker aus der Region zu einem Informationsgespräch in den Ratskeller von Salzgitter-Bad eingeladen. Anlass war die Insolvenzerklärung Anfang der Woche.

Sigmar Gabriel hörte aufmerksam zu als die Betriebsratsvertreterinnen aus Schlecker-Märktenunserer Region über ihre Sorgen nach der Insolvenz der Schlecker-Kette. Foto: pa
Die Betriebsrätinnen aus den Tarif-Regionen Salzgitter-Wolfenbüttel und Braunschweig-Wolfsburg-Peine wollten über Ihre Sorgen über den zu erwartenden Insolvenzplan sprechen.
„Wir haben jahrelang unsere ganz Kraft für Schlecker eingesetzt und haben keine Lust, mit Lohn- und Gehaltsverzicht konfrontiert zu werden“, hieß es in der Runde.
Sigmar Gabriel setzte sich mit den Schlecker-Mitarbeiterinnen eine Stunde in Ruhe zusammen, ehe die Pressevertreter zu den Statements hinzu gebeten wurden.
Gabriel gab zu, dass auch er nur raten und den Daumen drücken könne. Der Politik bleibe letztlich nur, öffentlich Druck auf die Firma Schlecker auszuüben und klar zu sagen, was man von Anton Schlecker nun erwarte. Den Versuch, Dumping-Drogerie-Läden à la Schlecker XL einzurichten, habe man auf diese Weise erfolgreich verhindert.
Diese Offenheit und Ehrlichkeit von Sigmar Gabriel kam an. Die Gäste freuten sich, dass er ihnen zugehört und ihre Sorgen geteilt hat und damit demonstrierte, dass er zusammen mit anderen Politikern auf der Seite der Beschäftigten steht.
Gabriels Analyse für den Misserfolg von Schlecker ist klar: „Hier hat ein Unternehmen auf dem Rücken der Belegschaft Geld rausgezogen aber nicht investiert. Die Kundeninteressen wurden nicht berücksichtigt und die Standorte vernachlässigt.“
Darum forderte Gabriel, dass jemand, der so reich geworden ist, nun auch mal investiert, um das Unternehmen neu aufzustellen. Zur Zeit lebe er durch die Insolvenz vom Steuerzahler.
„Anton Schlecker muss nun erklären, worauf er verzichten will“, betonte der SPD-Bundesvorsitzende abschließend.
pa