
Die Klimatour führt ins Stahlwerk nach Salzgitter
Salzgitter. Wie lassen sich die Kohlendioxid-Emissionen bei der Stahlproduktion massiv senken? Unter dem Projektnamen SALCOS, der für „Salzgitter Low CO2Steelmaking“ steht, beschäftigen sich Forscher und Fachleute der Salzgitter AG in Zusammenarbeit mit Fraunhofer-Instituten und weiteren Partnern mit den neuen Technologien und deren Einbindung in das integrierte Hüttenwerk. Von der Idee und vom Fortschritt hat sich jetzt auch Niedersachsens Umwelminister Olaf Lies ein Bild machen wollen. Er steuert auf seiner Klimatour auch Salzgitter an. SeinThema war „Niedersachsen nach dem Kohleausstieg“.
Der Minister lies sich im Besucherzentrum zunächst erklären, wie der Konzern mit dem SALCOS-Projekt eine CO2-Ersparnis in der Stahlproduktion von bis zu 95 Prozent erreichen will. Danach setze sich Olaf Lies einen Helm auf, um Teile des Werks zu besichtigen, die im Zuge des Dekarbonisierungsprozesses bis 2050 ersetzt werden, dazu zählen der Hochofen B und die Kokerei.
„Der Besuch hat gezeigt, dass nicht nur Interesse an unserem Projekt besteht, sondern auch aktive Unterstützung geleistet wird“, meint Burkhard Becker, Finanzvorstand der Salzgitter AG. Die Anforderungen, die aus der Klimapolitik erwachsen, würden aufgegriffen und umgesetzt. „Wir können die CO2-Emissionnen über mehrere Phasen deutlich nach unten bringen“, so Burkhard Becker, der dem Gast auch zwei Botschaften mitgab. Der Konzern benötige Hilfe bei den Rahmenbedinggungen und gegebenenfalls für eine Anschubfinanzierung.
Von der optimierten Hochofentechnik, deren Energie-Einsatz hocheffizient sei, konnte sich der Minister vor Ort überzeugen. Der Konzern zeigte ihm mit der Feuerverzinkung noch einen wichtigen Baustein in der Strategie der Salzgitter AG, die darauf setzt, Stahl in höherwertiger Güte zu produzieren – unter anderem für die Autoindustrie. Burkhard Becker: „Da werden wir weiter investieren.“
Auch wenn bei Klimaschutz nicht jeder an ein Stahlwerk denkt, war für Olaf Lies die Reise nach Salzgitter selbstverständlich. „Klimaschutz bedeutet Innovation.“ Die Salzgitter AG sei auf gutem Weg, um die CO2-Emissionen bei der Produktiion zu reduzieren. Sein Besuch sollte auch zeigen, dass in dem Klimaschutz eine Perspektive steckt. „Wachstum und Wohlstnad müssen gesichert sein. Dazu brauchen wir ein Land, das weiter Industrieland ist.“
Das Stahlwerk kann auf „lange lange Zeit“ erfolgreich arbeiten, „wenn wir den Wandel jetzt mitmachen“, so Olaf Lies. Er versprach, das Unternehmen bei seinen Plänen zu unterstützen. „Wir müssen die richtigen Rahmenbedingungen schaffen.“ Die technischen Fragen lassen sich beantworten, vielmehr liegen bei den Kosten, bei der Wettbewerbsfähigkeit und der Regulierung die Herausforderungen, meinte der SPD-Politiker. Der grüne Strom müsse günstiger werden, zudem hält er Anreize für sinnvoll, um Konzerne zu belohnen, wenn sie bei den CO2-Emissionen sparen. Von der Salzgitter AG habe er einen „hervorragenden Eindruck“, was ihn aber nicht überrasche, „weil ich das Unternehmen schon lange kenne“.
https://salcos.salzgitter-ag.com