
Glücksspiel bei Migranten: Salto Suchthilfe in Salzgitter reagiert
SZ-Lebenstedt. Die Salto Suchthilfe hat in Kooperation mit der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung, der Stadt Salzgitter und dem Box-Club Tigers das Projekt „Glücksspielprävention und Migranten – weniger ist mehr“ ins Leben gerufen, um präventiv gegen die Glücksspielsucht bei Menschen mit Migrationshintergrund vorzugehen.
In einer Stadt wie Salzgitter, in der die Dichte an Spielhallen sehr hoch und der Anteil von Jugendlichen mit Migrationshintergrund bei fast 50 Prozent liegt, ist die Gefahr der Glücksspielsucht sehr präsent. Das hat die Salto Suchthilfe in den letzten Jahren in ihrer Beratungspraxis zunehmend festgestellt. Besonders Menschen mit Migrationshintergrund seien gefährdet, der Jagd nach dem Glück zu verfallen.
Deshalb wollen Sozialdezernentin Christa Frenzel und Stefan Müller-Dechent als Leiter des Gesundheitsamtes gemeinsam mit Mona Brück und Martin Gabka von der Salto Suchthilfe durch ein besonderes Präventionsprogramm dagegenwirken. Finanziell unterstützt wird dieses Projekt nicht nur von der Stadt Salzgitter, sondern auch von der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung. Diese greift Vereinen bei besonderen, sportlich beeinflussten Programmen unter die Arme, hilft durch Spenden mit dieses Projekt zu realisieren.
Die Migranten sollen durch Abdullah Kocer und Arne Wilzarski vom Box-Club Tigers, die in ihrem Zentrum nicht nur Sportkurse anbieten, sondern ihren Club auch als Jugendtreff zur Verfügung stellen, besser erreicht werden. Bei den Tigers treffen bereits zahlreiche Jugendliche mit verschiedenen Nationalitäten aufeinander.
Das Projekt im Box-Club Tigers, an dem im März 22 Jugendliche mit Migrationshintergrund teilgenommen haben, soll zeigen, wie unberechenbar Glücksspiele sind. Mona Brück, die das Programm leitet, lies die Teilnehmer ein Glücksspiel und ein Geschicklichkeitsspiel gegeneinander spielen, um ihnen zu verdeutlichen, dass sie Glücksspiele nicht durch eigene Fähigkeiten oder Taktik beeinflussen können, sondern der Gewinn nur reiner Zufall ist. Den Jugendlichen soll so vermittelt werden, dass sie auf ihre Kompetenzen vertrauen sollen und nicht auf das Glück.
Diese Prävention soll gleichzeitig als Integrationsmaßnahme dienen. Um umfassend vorbeugen zu können, sollen in einem weiteren Projekt mit der AWiSTA auch die Eltern der Jugendlichen erreicht werden, erklärt Martin Gabka.
Die Salto Suchthilfe veranstaltet zum Thema Glücksspielsucht momentan weitere Projekte an verschiedenen Schulen in Salzgitter und Umgebung, um mit dem Präventionsprogramm möglichst viele Altersgruppen zu erreichen. Auch mit 22 Absolventen vom März ist eine Fortsetzung geplant, um ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten weiter zu stärken.