Minister in Salzgitter: Bei Schacht Konrad „noch viele Fragen offen“
Die Sicherheitsanforderungen an das geplante Atommüllendlager Schacht Konrad in Salzgitter gehören nach Ansicht von Umweltminister Stefan Wenzel auf den Prüfstand. Dabei müsse auch über die bislang nicht vorgesehene Rückholbarkeit der schwach- und mittelradioaktiven Abfälle diskutiert werden, forderte der Grünen-Politiker bei einem Besuch des Endlagerbergwerks.

Gemeinsam unter Tage: Oberbürgermeister Frank Klingebiel (rechts) mit Umweltminister Stefan Wenzel (links daneben) in Schacht Konrad.
„Wir brauchen auch hier die Möglichkeit der Fehlerkorrektur“, sagte Wenzel. Für einen bestimmten Zeitraum müsse der Müll wieder zurückgeholt werden können. Dies ist bislang nur beim hochradioaktiven Atommüll vorgesehen.
Der Besuch in Schacht Konrad war für den Minister eine heikle Mission. Seine Partei hat in ihrem Wahlprogramm die Aufgabe des genehmigten Endlagers gefordert. Wenzel traf sich nach seinem Besuch mit Vertretern der Stadt, der IG Metall und der Bürgerinitiative (BI) AG Schacht Konrad. Die BI verlangt, dass das Konzept für das Endlager noch einmal überprüft wird. Es gebe in der Anlage zu wenig Platz für die erwarteten Müllmengen.
Die Stadt fordert die Rückholbarkeit des Atommülls. „Kein Mensch kann voraussehen, was in 300 000 Jahren ist“, sagte Oberbürgermeister Frank Klingebiel (CDU). „Was für den hochradioaktivem Müll gilt, muss auch für uns gelten.“ Zumindest in einem Punkt konnte Wenzel die Gemüter beruhigen. Es gebe keine Überlegungen, den Müll aus dem maroden Endlager Asse in Schacht Konrad zu lagern, sagte er.
In der ehemaligen Eisenerzgrube Schacht Konrad sollen 303 000 Kubikmeter gering Wärme entwickelnder Abfälle in Tongestein deponiert werden. Der Umbau des bis zu 1200 Meter tiefen Bergwerks soll 2021 abgeschlossen sein, zwei Jahre später als geplant, und rund 2,2 Milliarden Euro kosten. Die Arbeiten verzögern sich, weil Transport- und Endlagerstrecken stärker abgesichert werden müssen. Es gebe zu Schacht Konrad noch viele offene Fragen, betonte Wenzel. Von Margit Kautenburger