Theaterstück in Salzgitter macht fit für den Arbeitsmarkt
Theater als Lebenshilfe: Helmut Strauch als Metzgermeister Martin Humbrecht und Justus Zich als Magister Humbrecht spielen mit im Stück „Die Kindermörderin“. Foto: rk

Theaterstück in Salzgitter macht fit für den Arbeitsmarkt

SZ-Lebenstedt. Dass ein Mord auch eine gute Seite haben kann, davon können sich die Menschen in Salzgitter nächste Woche überzeugen. Das Qualifizierungsprojekt JobAct zeigt am Donnerstag und Freitag, 17. und 18. März, jeweils ab 19 Uhr in der Kulturscheune das Stück „Die Kindermörderin“ von Heinrich Leopold Wagner. Auf der Bühne stehen ausnahmslos Arbeitslose, die über die Proben und das Schauspiel wieder eine Perspektive für ihr Leben und den Beruf entwickeln konnten.

Sechs Monate dauerten die Arbeiten mit den Laien an dem Stück, das von Jens Schmidl ins-zeniert wurde und das sich um Verführung, Intrigen und Mord dreht. „Die Teilnehmer sollen an dieser Aufgabe wachsen“, beschreibt Mark Kewitsch von der Projektfabrik, wie theaterpä-
dagogische Methoden mit Verfahren des Bewerbungsmanagements verbunden werden.
Hinter der Gruppe liegen intensive Proben, in denen die Beteiligten auch „durch Krisen gingen und zielorentiert arbeiten mussten“. Das habe ihr Selbstbewusstsein gestärkt. „Am Anfang waren die meisten sehr schüchtern, mittlerweile sind sie sehr selbstbewust und sehr fordernd. Das ist genau das, was wir mit diesem Projekt erreichen möchten“, so Krewitsch. Nach der Premiere sollen die Darsteller auf dem Arbeitsmarkt mit ihren neuen Fähigkeiten „durchstarten“.
Doch nicht nur in der Theorie scheint das Theaterspiel die Teilnehmer beflügelt zu haben. Helmut Strauch, der Metzgermeister Humbrecht spielt, ist angetan von der Wirkung. „Durch die Arbeit an diesem Projekt ist mein Selbstwertgefühl wieder zurückgekehrt“, freut er sich. „Ich war vor einem halben Jahr nicht der, der ich heute bin.“
Das Theaterstück „Die Kindermörderin“ spielt im späten 18. Jahrhundert und handelt vom 18-jährigen Evchen, die von einem adeligen Soldaten verführt und anschließend Opfer einer schweren Intrige wird. In Folge dieser Entwicklung eskaliert das Drama und endet unter vielen Emotionen mit einer zerbrochenen Familie und der Ermordung des Neugeborenen. Der Eintritt ist frei. rk/rwe

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