Bistum sucht mögliche Missbrauchsopfer in Wolfsburg
St.-Christophorus-Gemeinde: Hier war vor fast 20 Jahren Pater Peter R. tätig.Archiv

Bistum sucht mögliche Missbrauchsopfer in Wolfsburg

Wolfsburg. Mögliche Missbrauchsopfer im katholischen Bistum Hildesheim sucht das Münchner Institut für Praxisforschung und Projektberatung. Konkret geht es um Pater Peter R., der 1998 in der Christophorus-Gemeinde als Seelsorger tätig war.
Der Fall wurde 2010 im Rahmen des Missbrauchsskandals am Canisius-Kolleg in Berlin bekannt. Pater R. gehörte zu den Haupttätern, die sich an mindestens 22 Schülern vergangen haben. Diese Taten zwischen den Jahren 1975 und 1982 sind bereits verjährt.
Der Pater ist im April 1997 nach Wolfsburg versetzt worden, obgleich dem Bistum damals zwei Übergriffe bekannt waren. Damals hieß es: „Wir haben die Vorwürfe zu wenig ernst genommen und die Tragweite der weiteren Entwicklung eindeutig überschätzt“, so der damalige Bischof Dr. Josef Homeyer. Zehn Monate lang war der Pater in Wolfsburg tätig. Aus dieser Zeit sind bisher keine Fälle von Missbrauch bekannt.
Das Münchner Institut für Praxisforschung und Projektberatung ist ein unabhängiges sozialwissenschaftliches Forschungsinstitut. Es prüft, ob sich das Bistum bei der Aufarbeitung der Fälle an die Leitlinien der katholischen Deutschen Bischofskonferenz gehalten hat. Es soll klären, ob institutionelles Versagen dazu geführt hat, dass mutmaßliche Missbrauchstaten erleichtert und ihre Aufklärung erschwert wurden. Das Institut hat bereits mehrere Missbrauchsfälle in kirchlichen Einrichtungen untersucht.

❱❱ Mehr Infos erhalten Betroffene im Internet unter www.bistum-hildesheim.de und www.ipp-muenchen.de