Raupen schaden den Eichen: Pflanzenschutz per Helikopter?

Raupen schaden den Eichen: Pflanzenschutz per Helikopter?

Wolfsburg. Raupen von Frostspanner, Eichenwickler oder Eichenprozessionsspinner zerstören Teile des Wolfsburger Stadtwalds. Dirk Schäfer, Leiter der Revierförsterei Rothehof, plädiert dafür, 2013 großflächig Schädlingsbekämpfungsmittel einzusetzen – vielleicht sogar per Helikopter.

Gefräßige Eichenwickler: Den Raupen soll mit Schädlingsbekämpfungsmitteln zu Leibe gerückt werden.

Schäfer macht sich große Sorgen um den Baumbestand. „Wolfsburg hat das Potenzial, bundesweit einzigartige, uralte Eichenwälder zu entwickeln“, sagt er – doch Kahlfraß führe dazu, dass jetzt bis zu 200 Jahre alte, stabile Bäume eingehen. „Seit Jahren ist die Population der Raupen auf hohem Niveau, mit zunehmender Tendenz“, warnt Schäfer. „Wir Förster beobachten Kahlfraß auf großen Flächen.“ Natürliche Feinde könnten den Raupen kaum Einhalt gebieten. Schäfer: „Obwohl wir bei Spechten die höchste Brutdichte weit und breit haben, schaffen es die Vögel nicht.“

In anderen Gebieten Norddeutschlands waren dieses Jahr schon Hubschrauber mit Pflanzenschutzmitteln unterwegs – nach sorgfältiger Beobachtung und Ausweisung von Schutzbereichen, wie Schäfer betont. „Dieses Verfahren wird möglicherweise auch in Wolfsburg notwendig.“

Die Stadt hat die Niedersächsischen Landesforsten und die Forstliche Versuchsanstalt gebeten, die Lage zu prüfen. Im Herbst werden mithilfe von Leimringen Schmetterlinge gezählt und Luftbilder werden ausgewertet. Eine Entscheidung muss im Frühjahr 2013 der Rat der Stadt treffen.